Regionale Feuerwehr Wald-Rehetobel

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Vorstand
Feuerwehrverein
Rehetobel

Präsident
Anselm Gröli
St. Gallerstrasse 57
9038 Rehetobel
Telefon P: 079 767 74 22
anselm.groeli[ät]bluemail.ch

Kassier
Enrico Sturzenegger
Heidenerstrasse 2
9038 Rehetobel
Handy 079 669 91 40
enricostur[ät]hotmail.com

Aktuar
Patrizia Egli 
Zeughausstrasse 19
9053 Teufen
Telefon P: 071 877 28 15
Handy 079 725 73 11
patrizia_egli[ät]gmx.ch 

Chronik des Feuerwehrvereins

Erstellt von Ueli Graf zur 100-Jahr-Feier des Feuerwehrvereins Rehetobel vom 28. Juni 1997 (Festführer als pdf, 1,26 MB)

Vorwort aus dem Geschichtsbuch:

Vor 100 Jahren wurde in Rehetobel der erste Verein der Feuerwehr gegründet, der Rettungscorps-Verein. Damals zählte unser Dorf rund 2'200 Einwohner/innen (heute rund 1'750).
Rund ein Viertel der 400 Steuerpflichtigen waren zu dieser Zeit als Sticker tätig. Um die Jahrhundertwende bis zum Ersten Weltkrieg ging es den Stickern im Vergleich zu früheren Zeiten hervorragend. Sie verdienten einen Nettolohn von rund Fr. 5.-- pro Tag. Die Handweberei litt dagegen unter der zunehmenden Mechanisierung. Doch auch den Stickern waren die Zeiten als sie noch für einen "Hungerlohn" von Fr. 1.50 den ganzen Tag hart arbeiten mussten, in bester Erinnerung.

Zwei Dorfbrände zeichneten nicht nur unser Dorf, sondern prägten auch nachhaltig die Einstellung der Bevölkerung zur Feuerwehr. 

"Anno 1796 den 9. April nachmittags war eine schreckliche Feuersbrunst oben im Dorf in einem Backhaus entstanden, da ob der Kirche alle Häuser abgebrannt, und die Kirche wurde wie durch ein Wunder Gottes gerettet", hielt der damalige Pfarrer in einer kurzen Notiz zum Zeitgeschehen fest, die er 1799 der Turmkugel anvertraute. Erst anno 1869 schrieb Pfr. Oertle die mündlichen Überlieferungen nieder. Diesen ist zu entnehmen, dass am Brandtage fast durch die ganze Schweiz ein starkes Erdbeben verspürt worden war, das mancherorts bedeutenden Schaden verursachte. Nachmittags zwischen 2 und 3 Uhr bei heftigem Nordwestwind brach in einem Bäckerhaus im Dorf, in welchem ohne Zweifel der Backofen durch das Erdbeben beschädigt wurde, unvermutet Feuer aus. Dieses Feuer breitete sich schnell aus. In zwei Stunden standen elf Häuser, sieben Städel und zwei Siedhütten im Brand. Nur mit Not konnte die Kirche und das Pfarrhaus sowie der durch Funkenwurf bedrohte Flecken Sägholz gerettet werden.

Am 21. Juni 1890 wurden die barocke Grubenmann-Kirche samt Pfarrhaus und mehrere Häuser ein Raub der Flammen. Das Schadenfeuer brach nach 18 Uhr im Dorf aus, das durch den starken Südwestwind sogleich auf das gegenüberstehende Pfarrhaus und weitere Objekte (auch das Spritzenhaus) übertragen wurde. Nachdem bald sechs stattliche Wohnhäuser und zwei Städel in Flammen standen, griff das Feuer auch auf die Kirche über, die bald lichterloh brannte und deren erst vier Jahre zuvor renovierter Turm bald wie ein feuriger Mahnfinger in den allmählich eindämmernden Abendhimmel hineinragte. Diese bangen Augenblicke hielt J. Brassel in einem Gedicht fest:

Weh! Schon rasen Feuerflammen durch der Kirche weiten Chor,
spottend schwacher Menschenkräfte steigen sie am Turm empor.
Eine Feuersäule, hält er überm Dorf die letzte Wach',
Glühnde Tränen rinnen nieder vom metallbewehrten Dach.

In der Gründungszeit des Rettungscorps-Vereins war jeder Gemeindeeinwohner bis zum sechzigsten Altersjahr feuerwehrpflichtig und erst seit dem Jahre 1909 gab es wegen den häufigen Absenzen und den vielen "Drückebergern" wie in andern Gemeinden die Möglichkeit, statt dessen eine Feuerwehr-Ersatzsteuer von drei Franken zu bezahlen. Die Feuerwehr setzte sich zusammen aus der Feuerpolizeikommission, wozu die beiden Feuerhauptleute gehörten, aus den Kommandanten der Spritzen der verschiedenen Bezirke, den Rohrführern und ihren Gehilfen, ferner aus der Mannschaft zu den Pumpen, zu den Schläuchen, zu den Leitern, Haken, Tansen, Fludern, zur Anordnung der Reihen und Wasserbeschaffung; ferner aus den Feuerreitern und -läufern, dem Feuertrain, den Signalbläsern, dem Rettungskorps und der Wache. Jedes Jahr wurde mindestens eine Übung durchgeführt, deren Teilnahme für alle obligatorisch war. Für den Brandfall wurden Prämien für rasches Erscheinen und das Stellen von Pferden in Aussicht gestellt. Später, d.h. um 1890, finden sich in der Feuerwehrmannschaft auch die Mannschaft zu den Wasserleitungen, zur Verpflegung, zum Kübelwagen, zum Sturmläuten und zum Telegraphen. (N.B. Der Telegraph hielt bereits 1882 Einzug in unserem Dorf).

Die Gründung eines freiwilligen Rettungskorps im Jahre 1876 durch etwa zwanzig Männer ging auf die Initiative der Lesegesellschaft Lobenschwendi zurück. Aus finanziellen Bedenken der Obrigkeit blieb zunächst diesem privat gegründeten Rettungskorps jede finanzielle Hilfe zur Deckung der Unkosten für Uniformen, Leitern und Geräte verwehrt. Man warf dem Rettungskorps vor, es sei bei der Rekrutierung der Mannschaft zu wenig wählerisch gewesen und es habe bei einem festlichen Freundschaftstreffen mit den Kollegen aus Wald das gesammelte Geld verschleudert. Ratsherr August Bischofberger, der als Obmann vorgeschlagen war, versuchte jedoch zusammen mit der Lesegesellschaft Dorf, das Korps mit Gemeindeunterstützung auf eine seriöse Grundlage zu stellen und es vor einer möglichen Auflösung zu schützen, da man dessen Wert für die Gemeinde wohl erkannt hatte.

Das erste Protokoll

Versammlung der oblg. Feuerwehr
Dienstag den 6. April 1897 im "Hirschen" (nachher Weinhandlung Lutz)

Nach abgehaltener Uebung Dienstag den 6. April wurde durch Anregung von Herrn Hauptmann Gottlieb Egli eine Versammlung abgehalten. Zweck der Versammlung war eigentlich die Rückbezahlung des halben Betrages von den letzten Herbst angekauften Mützen, welche nun von der Gemeinde zur Hälfte angeschafft oder vergütet werden. Zur Sprache kam jedoch in erster Linie, auf welche Art und Weise wir gedenken, das Rettungs-Corps in geschäftlicher Beziehung zu organisieren, ob bei der Konstituierung von letzten Herbst verblieben werden soll, oder ob der Verein ein eigentliches Komitee bestimmen wolle.
Nach kurzer Diskussion wird beschlossen, es soll ein Vorstand aus drei Mitgliedern bestimmt werden. Als erstes Mitglied und zugleich als Präsident wurde ohne weiteren Vorschlag Herr Hauptmann Egli gewählt. Als Kassier wurde Baumann Hans bestätigt, welcher schon letzten Herbst als solcher gewählt wurde. Als Aktuar wurde Frei August gewählt. Das Resttungscorps besteht nun zu Anfang 1897 aus folgenden Mitgliedern (23): Herren Hauptmann Gottlieb Egli (Präsident), Hans Baumann (Kassier), August Frei (Aktuar), Joh. Kern (1. Obmann), Jacob Zähner (2. Obmann), Emil Schläpfer, Peter Scheidler, Johs. Longatti, Emil Longatti, Johs. Frei, Abraham Loser, Heinrich Roth, Johs. Klein, Johs. Tobler, Emil Klee, Jacob Sturzenegger, Paul Kessler, Hans Kessler, Leonhard Kern, Reinhard Bänziger, Ulrich Zellweger, Conrad Bodenmann, Heinrich Schläpfer.

Weiters wird besprochen, der Verein solle von einer Nachbarsektion Statuten zur Einsicht kommen lassen, um auch für uns passende Bestimmungen festzustellen. Die zur Sprache kommenden Gelder von der Rückzahlung der Mützen per Mann Fr. 1.50 werden als Reisekassa angelegt mit dem Wunsche, der Verein möchte das diesjährige Bezirksfeuerwehrfest in Speicher besuchen und bei dieser Gelegenheit dieses Geld zur Verteilung bringen.

Das Traktandum Wünsche und Anträge blieb unbenützt, worauf die Versammlung geschlossen wurde und ein gemütliches Stündchen folgte bis wir zum Aufbruch ermahnt wurden.

Der Präsident: gez. Gottlieb Egli      Der Aktuar: gez. August Frei


Diese erste Versammlung mit Protokollführung legt erstmals Zeugnis vom Willen unserer Feuerwehrvorfahren ab, einen Verein zwecks Organisation der "geschäftlichen Beziehungen" zu gründen. Die ersten Statuten sollten entstehen. Leider konnten diese bis heute nicht aufgefunden werden. Allerdings kann auch aus den Protokollen nicht entnommen werden, ob diese tatsächlich jemals niedergeschrieben wurden. Die kontinuierliche Erweiterung der Hauptversammlungstraktandenliste lässt sogar vermuten, dass sich die Vereinsmitglieder über die Jahre hinweg selber statutenähnliche Schranken setzten und sich "bei ihrer Ehre" daran hielten.

Auflösung des Rettungscorps anno 1950

Aus Anlass der bevorstehenden Auflösung des Rettungscorps zugunsten einer Einheitsfeuerwehr griff der letzte Rettungscorps-Vereinspräsident, Emil Sturzenegger (N.B. Grossvater des heutigen Vizekommandanten, Bruno Sturzenegger), zur Feder und verfasste einen mehrseitigen Bericht, den wir nahezu ungekürzt wiedergeben möchten:

"Gott zur Ehr dem Nächsten zur Wehr". Diesem idealen und vielsagenden Wahlspruch folgend haben sich vor vielen Jahren jene freiwilligen Feuerwehrkameraden zusammengetan, den Verein unter dem heutigen Namen Rettungscorps Rehetobel zu gründen. 

Es ist eine geraume Zeit verflossen seit jener Gründung. Wenn wir uns vor Augen halten die damalige Ausrüstung der Feuerwehr und dieselbe von heute, was hat sich in all den Jahren verbessert, so sind wir heut so ziemlich allen Geschehnissen gewappnet. Erst vom Jahre 1897 sind Eintragungen im Protokoll aufgezeichnet. Der damalige Bestand von 23 Mitgliedern, war nicht immer in allen Teilen befriedigend. Wie aber zu entnehmen ist, so sind an den Hauptversammlungen im Hirschen beim damaligen Präsidenten etliche Liter des edlen Rebensaftes getrunken worden, bis die sogenannte Stimmung herrschte, und oft dem einen oder andern schwer ging, den Heimweg unter die Füsse zu nehmen. 

1903 wurden von Feuerwehrkameraden von Grub und Heiden eine Anregung gemacht, ob es nicht möglich wäre, einmal eine gemeinsame Uebung der vorderländischen Gemeindefeuerwehren zu veranstalten. Eine Delegiertenversammlung beschloss hierauf, eine solche auf Sonntag den 28. September in Heiden. Unser Corps versammelte sich vormittags 10 Uhr beim Spritzenhaus und unter den Klängen der Musikgesellschaft wurde abmarschiert.

1904 war Rehetobel der Ort der Bezirksübung. Was aus der Kritik zu ersehen ist, wurde schon ziemlich Fortschritt gemacht zur Befriedigung des Instruktors.

An der Hauptversammlung 1909 wurde der Beschluss gefasst, einen ganztägigen Ausflug zu machen und zwar mit Gesellschaftswagen ohne Motorkraft. Ausflugsziel war die Hundwilerhöhe. Wie aus dem Bericht zu entnehmen ist, waren die Aufenthalte so ziemlich schnell übereinander, so dass auch das leibliche Wohl und Kameradschaft recht gepflegt wurde. 

Es folgten weiter so ziemlich ruhige Jahre, bis 1911 die Kameraden sich wieder reiselustig zeigten und Dornbirn als Ziel setzen. Der Abmarsch ging von einigen Kameraden nicht gar ring, da Tags zuvor ein Preisturnfest in Wolfhalden stattfand und einige Turner auch ihre Katzen mitnahmen.

Der Erste Weltkrieg brachte dem Rettungscorps eine ziemlich stille Zeit, mit etwelchen Abweichungen der Gemütlichkeit. So nach vier Jahren dachten die Kameraden doch auch wieder einmal was zu unternehmen und pilgerten der Hafenstadt Rorschach zu. Im August 1923, nach 20 jährigem Unterbruch, fand in hiesiger Gemeinde der zweite Feuerwehrtag statt.

1924 hat der vorderländische Feuerwehrverband beschlossen, sich dem Appenzellisch Kantonalen Feuerwehrverband anzuschliessen. Seither fanden abwechslungsweise die Bezirksübungen statt. Die Verkehrsmittel sind komfortabler geworden. So hatte sich das Rettungscorps am 30. August morgens um halb fünf Uhr im "Hecht" eingefunden, um mit zwei Auto die schöne Fahrt Rheintal hinauf über Kerenzenberg ins Glarnerland zu geniessen.

Am frühen Morgen des 3. Mai 1930 bestiegen die Rettungscörler mit der besseren Ehehälfte den Car von Hans Gross, Speicher, um den Bodensee auch mal auf der anderen Seite anzusehen, auch war der Reisegesellschaft das Glück beschieden in Friedrichshafen den Zeppelin zu bewundern.

Es wird noch vielen von uns in Erinnerung sein als Sonntag, den 1. März 1931, bei aussergewöhnlichen Schneemassen, die Autos kaum vorwärts kamen, die die Delegierten des Appenzellisch Kantonalen Feuerwehrverbandes in die Turnhalle brachten, um ihre Jahresgeschäfte abzuwickeln. Die Autos mussten warten bis die Schneepflüge die Strassen geräumt hatten. Die Versammlung konnte erst mit eineinhalb Stunden Verspätung abgehalten werden.

Der Zweite Weltkrieg 1939 - 1945 hat in unserem Verein eine abwechslungsreiche Übungstätigkeit hervorgerufen. 

Schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg überkam die Vereinsmitglieder wieder die angestammte Ausflugsfreude. Bereits im Sommer 1948 unternahmen sie gar eine zweitägige Carfahrt über den Susten- und den Brünigpass, mit Uebernachtung in Lauterbrunnen.

Als Präsidenten amteten:

Egli Gottlieb 1897 bis 1907
Zähner Jakob  1907 bis 1910
Fässler Karl  1910 bis 1917
Schirmer Konrad 1917 bis 1922
Schirmer Jakob 1922 bis 1930
Graf Albert 1930 bis 1939
Sturzenegger Emil  1939 bis 1950

Es ist aus allen Aufzeichnungen herauszulesen, dass durch all diese Jahre eine rechte Feuerwehrkameradschaft gepflegt wurde und manche fröhliche Stunden herbei brachte.

Eines erlaubt mir, haltet im neuen Verband fest zusammen, pflegt rechte Feuerwehrkameradschaft und seht all den Geschehnissen die da kommen mutig ins Auge. Ich möchte noch einmal allen Kameraden, die in dieser Sache mitgeholfen haben, der beste Dank aussprechen und verabschiede mit dem zutrefflichen Feuerwehrverse:

NUR GLUTEN DIE ZERSTÖREN, BEKÄMPFEN WIR KÜHN
DOCH GLUTEN DIE BEGEISTERN, DIE LASSEN WIR GLÜHN
UND WER IN SICH NÄHREN SOLCH FEUER NICHT KANN
WIRD NIE SICH BEWÄHREN ALS EDLER FEUERWEHRMANN.

Rehetobel, den 14. Januar 1950     gez. Emil Sturzenegger


Seit Anbeginn wurde im Rettungscorpsverein die Kameradschaft und insbesondere die Geselligkeit gepflegt. So auch in den vermeintlich letzten Stunden des Vereinslebens, ist doch dem Protokoll der letzten Hauptversammlung vom 14. Januar 1950 zu entnehmen:

Vize-Obmann Hans Solenthaler sorgte noch für allerlei lustige Unterhaltungen. Auch die Tanzlustigen kamen auf ihre Rechnung, indem man sich an den "löpfigen" Weisen der Kapelle Gebrüder Zähner erfreute. Leider mahnte uns die verlängerte Polizeistunde nur zu früh zum Aufbruch. Nun hat die letzte Hauptversammlung des Rettungscorps Rehetobel ihren würdigen Abschluss gefunden, und manche Kameraden werden die schönen Stunden, die sie im Verein verbracht haben, noch lange in Erinnerung haben. 

gez. Willy Knechtli, Aktuar

Der Feuerwehrverein tritt die Nachfolge des Rettungscorps an

Am 6. März 1950 spürte die neu organisierte Einheitsfeuerwehr ihre ersten Impulse, da auf 19 Uhr sämtliche Mannschaft zur kompletten Fassung der persönlichen Ausrüstung einberufen wurde. Dieser Akt wickelte sich bei sehr regem Betriebe flott ab und wurde zum Abschluss durch die Entgegennahme der neuen, einheitlichen Stahlhelme, die auf der Stirnfront das Gemeindewappen tragen, gekrönt.

Vor dem Abtreten erklärte der neue Feuerwehrkommandant, Herr Walter Züst, dass nun anschliessend ein Diskussionsabend, zwecks Neugründung eines Feuerwehrvereins im "Löwen" stattfinde, wo sich denn auch mit wenigen Ausnahmen alles eingefunden hat. 

Als Referent stellte sich der zurückgetretene Obmann des bestandenen Rettungscorps, Herr Emil Sturzenegger, der auch das Präsidium des Rettungscorpsvereins inne hatte, zur Verfügung. Vorgängig erklärte der Kommandant mit markanten Worten, dass er der gesamten Mannschaft den Beitritt zum neuen Verein empfehle. Darauf ergriff der Referent das Wort, wobei er in erster Ausführung den bis dahin bestandenen Verein löblich erörterte und dabei die vielen schönen Stunden der Kameradschaft während und nach dem Dienst hervorhob. Als einzig bindend in dieser Vereinsgemeinschaft nannte der Referent den Bezirksfeuerwehrtag, der aber nur alle drei Jahre stattfinde, dazu aber für jeden Feuerwehrmann äusserst interessant und lehrreich gestaltet sei. Im weitern betont er die Wichtigkeit der Feuerwehr-Hilfskasse, die denn auch nur von Mitgliedern der Kant. Feuerwehr-Vereinigung angesprochen werden kann. Der einzelne Jahresbeitrag habe bis anhin Fr. 4.-- erfordert, doch sei dieser Betrag sozusagen einem jedem Mitglied an der jährlichen Hauptversammlung in Form eines Nachtessens zurückerstattet worden. Die Beiträge an den Kant. Verband habe bis dahin die Feuerassekuranzkasse geleistet, die sich auch bereit erklärt haben soll, die vermehrten Kosten, die aus einem neuen Verein entstehen würden zu übernehmen. 

Nach diesen reichlichen Ausführungen gab der Referent das Wort frei. Als erster ergriff Vizekommandant Hans Solenthaler die Gelegenheit, um noch einige Ergänzungen zu erwähnen, worauf er ganz besonders betonte, dass die Kameradschaft auch in dieser neuen Organisation von grosser Wichtigkeit sei, da wie neu geübt und gelernt werden müsse, und somit auch vermehrte Geduld, Ausdauer und Einigkeit erfordere, so soll auch die nun folgende Aussprache eine wirklich freie sein. 

Prompt melden sich in der Folge nun auch die Gegengesinnten. Leider mussten dies noch Unteroffiziere sein, doch will ich nicht weiter ausholen, da doch zu hoffen bleibt, dass auch diese Kameraden ihre Einstellung früher oder später noch ändern mögen.

Nach reichlicher Diskussion für und dagegen, wird jeder einzeln mit Ja oder Nein um die Mitgliedschaft befragt. Das Ergebnis zählt 29 Ja von ca. 50 Anwesenden. Mit diesem Mitgliederbestand, der etwas überraschend mager ausgefallen war, jedoch zu keinem Pessimismus Anlass geben konnte, denn "wer's nicht ist, kann's noch werden", wurde der neugegründete Feuerwehr-Verein aus der Taufe gehoben. Mit dieser Tatsache musste nun auch der Vorstand bestellt werden. Auf Vize-Kommandant Hans Solenthaler fiel die Wahl des Präsidenten, als Kassier beliebte der bisherige Vereinskassier Jakob Züst und als Aktuar Hans Kessler. Als Revisoren wurden Richard Lutz und Walter Zähner gewählt. Dieser gefürchtete Wahlakt wahr somit rasch erledigt, die Neugewählten konnten sich in die Brust werfen und mit den aufmunternden Worten des neuen Präsidenten zum guten Gelingen, konnte der Gründungsakt als erledigt betrachtet werden. Doch noch einmal ertönt seine Stimme, da er mitteilen konnte, dass bereits neue Anmeldungen bei ihm eingegangen seien, darauf bittet er diejenigen, die sich ebenfalls noch eintragen lassen möchten, nicht alle auf einmal an den Tisch zu kommen, um damit einem Massenandrang vorbeugen zu können. Ich muss noch nachtragen, dass uns das bis dahin bestandene Rettungscorps aus ihrer Kasse, den schönen Betrag von 30 Franken auf unser Konto übertragen liess und auch noch die kommende Kant. Delegiertenversammlung vom 26. März 1950 selber beschicken werde, wo über unsere Aufnahme abgestimmt werde. Somit möchte ich den reichlich benutzten Diskussionsabend der Gründungsversammlung schliessen und wünsche der neuen Feuerwehr-Organisation viel Glück und Gedeihen, und dem neuen Verein ein gutes, kameradschaftliches Bestehen. Das waren die Schlussworte des Referenten und ehemaligen Vereinspräsidenten, dem wir als Kamerad und Förderer unser Andenken schenken möchten.

gez. Hans Kessler, Aktuar

Aus dem Vereinsgeschehen

Anlässlich einer weiteren Versammlung vom 12. Juni 1950 wurden die Statuten genehmigt. Der Zweck des Vereins ist die Kameradschaft zu pflegen und die Mitglieder im Feuerwehrdienst weiter auszubilden. Auch aus den heute gültigen Statuten geht als Vereinszweck die Pflege der Kameradschaft innerhalb der Feuerwehr und deren Angehörigen hervor. Getreu den Statuten führt der Verein seither seine jährlichen Versammlungen durch und leistet die Kameradschaftspflege indem die verschiedensten Anlässe, wie z.B. Vereinsreisen, Maskenbälle, Fondue-Schifffahrten, Klausabende, Familienausflüge, usw., organisiert werden. Ebenso unterstützt der Verein auch die ausserdienstlichen Aktivitäten der Feuerwehrmannschaft (z.B. Teilnahme am Herisauer Feuerwehrmarsch).

Die Fahnenweihe

Am 24. Februar 1979 konnte der Feuerwehrverein aus den Händen des edlen Spenders und Fahnengöttis, Florian Schäpper, die neue Vereinsfahne in Empfang nehmen.

Doch wie war's dazu gekommen?

Bereits seit acht Jahren fand in Herisau alljährlich ein Feuerwehrmarsch statt. Rehetobel nahm stets mit ca. 25 Mann an dieser Veranstaltung teil. Mit einer selbstgebastelten Fahne und einem Alphorn ging es jeweils auf die 20 km lange Strecke. Anlässlich des letzten Marsches versprach Kamerad Florian Schäpper, eine neue Fahne zu spenden. An der Hauptversammlung vom Herbst 1978 fasste der Verein den Beschluss, eine teurere Standarte zu kaufen und das fehlende Geld durch einen Gemeindebeitrag oder durch eine Sammlung unter den Mitgliedern aufzubringen.

Anschliessend an diese Fahnenweihe in der Turnhalle wechselte man in den "Löwen" hinüber, wo die Feuerwehrfrauen zum traditionellen Maskenball erwartet wurden. Plötzlich kamen sie in phantasievollen Kostümen und Masken. Da kannte mancher seine eigene Gattin nicht mehr (oder etwa doch?). Jedenfalls gelang es nicht jedem, beim Tanz vor der Demaskierung die Aufgabe zu erfüllen, zur eigenen Gattin zurückzufinden.

Das war's...

Die Vereinsprotokolle zeigen sehr geordnete und diszipliniert verlaufende Hauptversammlungen. Wäre da nicht das Traktandum "Wünsche & Anträge", könnte der Chronist die Feder beiseite legen (bzw. den PC abstellen) und sagen: "Das war's".

Reminiszenzen aus dem Traktandum Wünsche & Anträge:

(1956) Im Zusammenhang mit der Geldsammlung der Gemeinde zugunsten der beiden ungarischen Flüchtlingsfamilien, die die Gemeinde aufzunehmen gedenkt, beschliesst die Vereinsversammlung einstimmig, diese Vorhaben finanziell zu unterstützen. Der Erlös eines an diesem Abend durchgeführten Wettbewerbes soll sodann der Gemeinde bzw. diesen Flüchtlingen zufliessen.

(1962) Der Kommandant rügt gerade den Fall "Schuttibrand" und muntert die Kameraden auf, auch bei Schuttibränden zahlreich zu erscheinen.

(1962) Als grosse Neuerung gibt der Kommandant bekannt, dass die Feuerpolizeikommission Sauerstoffgeräte bewilligt habe, dies bedinge natürlich sehr viele zusätzliche Übungen des Gastrupps, der noch speziell ausgebildet werden muss.

Über viele Jahre hinweg, lassen sich die Feuerwehrvereinskameraden von den Gemeindevertretern über die Entwicklung des Zivilschutzes orientieren. Das Interesse ist durchaus begründet, durfte doch auch die Feuerwehr verschiedene Gerätschaften des Zivilschutzes mitbenützen.

(1971) Der Kommandant schildert nochmals den Brandfall Enzler und muntert die Kameraden auf, bei Brandfällen unbedingt die Transportleitung mit zu nehmen!

(1973) Wenn bei starkem Gewitter fast sämtliche Telefone defekt sind, wäre man wieder auf das alte Feuerwehrhorn angewiesen. Zur Demonstration bläst der Kommandant, Eugen Sturzenegger, Alarm mit dem Feuerwehrhorn.

Das "Pin-Fieber"

Auch der Feuerwehrverein macht gelegentlich gewisse Trends mit, wie dieser ungekürzte Protokollauszug aus dem Jahre 1993 zum Thema "Feuerwehr-Pin" verdeutlicht:

Paul wünscht sich einen Rechtobler-Feuerwehr-Pin. Alle andern Feuerwehren hätten am Feuerwehrmarsch solche zum Tausch und Kauf angeboten und er sei mit abgesägten Hosen dagestanden. Sie seien gut gekauft worden und er würde die Pin's schon unter die Leute bringen mit einem interessanten Gewinn von bis zu 
300 % für den Verein. René meint, dass sie für den Verein auf jeden Fall erschwinglich wären. Peter, der als Musikpräsident "Pinerfahrung" hat, warnt vor einer zu grossen Auflage. Maximal 500 Stück, sonst bleibt man darauf hocken. Richard bläst ins gleiche Horn und meint: Sie liessen sich ausserhalb von Feuerwehrkreisen nur schlecht verkaufen und unseren Feuerwehrlern müsste man sie sowieso gratis abgeben. Paul meint: Sie werden auch gekauft. René weiss, dass die Leute die Pins gratis erwarten; die Kaufwelle sei vorbei. Erwin Zähner schlägt vor: Man müsste im Marktplätzli der Feuerwehrzeitung inserieren und bei Anderen fragen. Marcel erklärt, dass an Börsen für Pins bis zu Fr. 200.-- bezahlt werde. Mit 12 Stimmen wird der Vorstand ermächtigt, den Pin weiter zu verfolgen und es werden ihm für den Kauf Fr. 1'500.-- zur Verfügung gestellt. René bietet uns an, den Pin gratis zu kreieren. 

Als Feuerwehrvereins-Präsidenten amteten:

Hans Solenthaler 1950 bis 1956
Rudolf Züst 1956 bis 1959
Jakob Züst 1959 bis 1966
Hans Kern sen. 1966 bis 1976
Walter Kellenberger 1976 bis 1980
Hanspeter Schläpfer 1980 bis 1989
Ueli Graf 1989 bis 1995
Marcel Köppli 1995 bis 1996
Thomas Frei 1996 bis 2016
Anselm Gröli 2016 bis auf weiteres

Rehetobel, im Juni 1997 Ueli Graf

Letzte Änderung: 22.11.16

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